Impulse & Berichte


Liebe Leserinnen und Leser,

Pfarrerin Christina Ehring den Glauben „bekennen“, das ist ein großes Wort!
Als mein Mentor im Vikariat die Gottesdienstgemeinde damals stattdessen immer aufforderte, gemeinsam den christlichen Glauben zu „bekennen und zu erbitten“, hat mir diese Formulierung gleich gefallen. Denn sie bringt zum Ausdruck, dass Glauben nichts Statisches ist.

Man kann Glauben nicht „haben“, zumindest nie länger als für einen konkreten Moment. Und so geht es im Gottesdienst, wenn wir das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen, auch nicht darum, Fakten für wahr zu halten und „abzuhaken“.
Im Sprechen des Bekenntnisses bitten wir darum, dass die alten Glaubensaussagen aus dem fünften Jahrhundert, die wir nachsprechen, für unser Leben in neuer Weise Bedeutung bekommen und lebendig werden: Schöpfung – Geist – Gemeinschaft – Vergebung – Auferstehung... Das sind große Worte, mit denen sich große Erfahrungen verbinden können.
Wenn unsere Konfirmand*innen bei ihrer Konfirmation gemeinsam das Glaubensbekenntnis sprechen und im Anschluss gefragt werden: „Wollt ihr mit Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn, leben, im Glauben an ihn wachsen und als evangelische Christen in seiner Gemeinde bleiben“, dann kommt dieses Verständnis vom Glauben als lebenslanger und lebendiger Aufgabe und Herausforderung auch darin zum Ausdruck.

Wenngleich wir in der Pandemiesituation nur einen Teil des geplanten Programms umsetzten konnten, hat auch dieser Konfirmandenjahrgang über viele Lebens- und Glaubensfragen miteinander nachgedacht.
Die Konfirmand*innen haben selbständig Jugendgottesdienste geplant, sind auf thematischen Spaziergängen durch Solln miteinander ins Gespräch gekommen, haben den Widerstand der Weißen Rose kennengelernt (siehe Seite 8) und hoffentlich Lust bekommen, der Suche nach Gott in ihrem Leben auch weiterhin Raum zu geben. Im Juli feiern wir die Konfirmationen (siehe Seite 16), und bald darauf beginnt schon der neue Jahrgang (siehe Seite 17).

Den „Glauben bekennen“, das heißt auch: den Glauben im Leben sichtbar werden zu lassen, und mit meinem Leben dazu beizutragen, dass das, worauf ich hoffe (Frieden – Solidarität – Gerechtigkeit...) schon jetzt auch für andere sichtbar und spürbar wird. In dieser Ausgabe lesen Sie von verschiedenen Initiativen, Gruppen und Kreisen in unserer Gemeinde, die sich darum auf ganz unterschiedliche Weise bemühen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!
Ihre Pfarrerin Christina Ehring


Abschied von Sigrid Becker

Sigrid BeckerMit Dankbarkeit im Herzen nehme ich Abschied von Sigrid Becker. Sie war seit Ende der 90er Jahre, fast ein viertel Jahrhundert, Seele, Zentrum unserer Kirchengemeinde. Zunächst im Schwerpunkt im Gebiet der Apostelkirche, später in guter Zusammenarbeit immer stärker auch für das Gebiet der Petruskirche. War und ist doch eine ihrer Schwerpunktaufgaben die Pflege der Datenbank und alles was damit in Verbindung steht. Zehn Pfarrer:innen hat sie erlebt. Mit den Pfarrern Wendebourg und Müller hat sie ihre Tätigkeit aufgenommen. Damals zog erst zögerlich der PC ins Pfarramt ein. Die Kirchengemeinde zählte etwa 6.000 Gemeindemitglieder (heute ca. 4.200).

Damals schellte sehr oft die Klingel, Konfirmandenanmeldung, Mitarbeitende, KV-Mitglieder. Das Telefon hielt sie auf Trab. Wie im Taubenschlag ging es zu. Heute sind es die E-Mails, Bildschirmarbeiten und Konferenzen. Sehr viel hat sich in einem viertel Jahrhundert gesellschaftlich und kirchengemeindlich gewandelt.

Das Pfarramt, vielmehr die Pfarramtssekretärin ist so etwas wie die Schaltzentrale einer großen Gemeinde. Sigrid Becker hat in dieser Zentrale wunderbare Arbeit geleistet. Mit Herz und Seele war (und ist) sie aufgeschlossen für die Menschen, die mit ihren Anliegen kommen. Das sind z.B. Menschen, die Trauer tragen; Menschen, die sich über die Geburt ihres Kindes freuen; Konfirmand: innen; Paare, die ihre Trauung als Ausdruck ihrer Freude und mit der Bitte um Segen planen; Menschen, die Auskünfte wünschen; Mitarbeitende, die Unterstützung benötigen; Pfarrer:innen, Diakon:innen, Hausmeister, Mesner, die es gilt „bei Laune zu halten“. Wunderbar einfühlend und präsent hat Sigrid die vielfältige Arbeit gemanagt. Mit offenem Ohr und liebevollem Herzen dabei. Das schätze ich z.B. an ihr: Umsicht, Weitsicht, ihre Herzlichkeit, Zugewandtheit und Verbindlichkeit und Präsenz.

Am Sonntag, den 18. Juli werden wir uns offiziell im Gottesdienst und beim anschließenden Empfang auf der „Apostelwiesn“ (Ecke Bertelestraße / Konrad-Witz-Straße) von ihr verabschieden. Ob in Präsenz oder als Livestream mit Zoom-Empfang, Sie erfahren es auf unserer Homepage: solln-evangelisch.de

Christoph Grötzner


Wie geht es weiter für den Chor der Petruskirche?

Pfarrerin Regina HallmannSabine Maier, die bisherige Kirchenmusikerin und Chorleiterin, und ihr Mann, unser Mesner in Petrus, sind weggezogen und wir haben sie im Gottesdienst online verabschiedet.

Wie geht es weiter mit dem Chor der Petruskirche?

Für den Übergang wird Heike Haage die Chorleitung übernehmen. Wenn die Pandemie wieder Chorproben zulässt. Wir danken ihr herzlich für die Bereitschaft dazu!

Und wenn Treffen wieder möglich sein werden, holen wir auch das Abschiedsfest mit den Maiers nach, das haben wir vereinbart. Sie werden dazu aus Coesfeld anreisen und wir werden alle zusammen feiern, mit Essen und gutem Wein und allem, wie wir es gewohnt waren vor Corona.

Kann sein, dass es noch dauert, bis wir ein Datum festlegen können; das hängt von der Entwicklung der Pandemie-Lage ab. Aber wir freuen uns schon jetzt und informieren dann alle!

Ihre Regina Hallmann


Singen macht Spaß

Heike HaageLiebe Gemeinde,

Singen macht Spaß - und die Begeisterung für das Chorsingen begleitet mich schon seit Kindertagen!
Seit einigen Jahren bin ich in Solln zuhause und singe aktuell in der Sollner Kantorei (wenn die Pandemie das zulässt).
Meine Zeit als Chorleiterin liegt zwar schon viele Jahre zurück, aber als Sabine Maier mich fragte, ob ich die Leitung für den Chor der Petruskirche von ihr übernehme, habe ich gerne zugesagt!
Die ersten Stücke sind auch schon ausgewählt: für das Abschiedsfest mit den Maiers wollen wir die „Messe brève“ in der Fassung für 4-stimmigen Chor und Orgel von Léo Delibes einstudieren, dazu einige Chorsätze, die wir im Laufe des Jahres im Gottesdienst aufführen werden.

Ich freue mich sehr darauf, mit dem Chor zu singen und hoffentlich können wir auch viele neue Chormitglieder begrüßen!
Jetzt heißt es „Daumen drücken“, dass wir trotz Pandemie proben dürfen, zukünftig immer
Mittwochs, ab 19:30 Uhr.

Herzliche Grüße
Ihre Heike Haage