GEMEINDE UNTERWEGS


Und da Jesus vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn (Matthäus 4,2)

Die Fastenzeit kommt. Viele Christenmenschen fasten nicht unbedingt wegen der schönen Festessen der zurückliegenden Wochen, um wieder etwas Gewicht zu verlieren. Sondern aus einem viel gewichtigeren Grund: Um an den Weg Jesu zu denken, der am Kreuz endete.
Mit strengem Fasten nach genauen Regeln bereitet man sich bis heute in den Klöstern auf Ostern vor, auf das Fest von Jesu Sieg über den Tod.
Es gab viele besondere Traditionen in der Fastenzeit: Die Fastentücher zum Beispiel, die in der Passionszeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag die Altarbilder verhüllten. Das berühmteste ist das Zittauer Fastentuch von 1472. Es zeigt 90 Bilder von biblischen Geschichten. In einer Zeit, in der die wenigsten Menschen lesen und schreiben konnten, dienten die Bilder ursprünglich den Taufanwärtern, die Ostern getauft werden sollten, als Material für den Taufunterricht.

Später geriet das Fasten bei den Protestanten ein wenig in Vergessenheit. Schließlich hatte die Reformation mit dem Zwang zum Fasten gründlich aufgeräumt. Martin Luther fastete tatsächlich selber, aber nicht als Mittel, um Gottes Gnade zu erlangen, sondern als „eine feine äußerliche Zucht“.

Im Jahr 1983 entstand in Hamburg eine Bewegung, die das Fasten auf moderne Art und Weise wieder aufnahm. Daraus entwickelte sich die Aktion „Sieben Wochen ohne“, bei der inzwischen viele evangelische und katholische Christen mitmachen. Sie verzichten nicht nur auf Nikotin oder Zucker oder Alkohol, sondern folgen, wie es in den Broschüren heißt, „der Einladung zum Fasten im Kopf: Sieben Wochen lang die Routine des Alltags hinterfragen, eine neue Perspektive einnehmen und entdecken, worauf es ankommt im Leben”.
In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“.

Auch wir wollen die Fastenzeit in diesem Jahr auf besondere Weisen begehen und haben uns für eine Fastenpredigtreihe entschieden: Sieben Sünden. Wir folgen dabei einer Auflistung der Kirche des Mittelalters: Neid, Jähzorn, Trägheit, Habgier, Wollust, Völlerei und Hochmut. In sieben Gottesdiensten, von Aschermittwoch bis Karfreitag, buchstabieren wir diese Sünden durch und was sie anrichten, auch heute.

Über Sünde nachzudenken, mag manchem seltsam vorkommen. Wir haben uns daran gewöhnt, den Begriff „Sünde“ herabzubrechen auf die Alltagsebene: Ich sündige heute mal, sagt jemand, wenn er beim Nachtisch nochmal zulangt. Aber der Begriff „Sünde“ bezeichnet etwas Gewichtigeres: Sünde ist etwas, was das soziale, gesellschaftliche und spirituelle Gleichgewicht massiv stört, die Beziehungen der Menschen untereinander, die Beziehung von Menschen zu Gott und die Beziehung von uns Menschen zur Natur, zu unserem Planeten. Umweltsünden haben gravierende Folgen. Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen kann man als Sünde bezeichnen, weil grundlegende Menschenrechte und die Würde des Einzelnen missachtet werden. Und die Haltung, sich selbst zu vergöttlichen, nur noch sich selbst und die eigene Weltsicht gelten zu lassen, kann man auch als Sünde bezeichnen.

Es ist richtig für Christenmenschen, in der Fastenzeit den Blick auf das Grundsätzliche, auf das Wesentliche zu richten. Mit unserer Fastenpredigtreihe wollen wir einen Beitrag dazu leisten.

Es grüßt sie herzlich
Ihre Pfarrerin Regina Hallmann


„Der einfache Zugang zur Liebe Gottes“

Mit diesem Kernsatz macht sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern auf den Weg.

Was verstehen Sie, was glauben Sie, was vertrauen Sie, wenn Sie das Wort „Gott“ denken, sprechen, beginnen zu fühlen? – Für mich ein Geheimnis, ein riesengroßer Raum, unbegreiflich. So einfach ist das Wort ausgesprochen. Das große Geheimnis mit unzähligen Namen und keiner trifft voll und alles.

Oft ist der „einfache“ Zugang schon in mir drin versperrt. Wie soll ich das fassen, was keine Worte beschreiben können? Wie soll ich das fassen, wovor Wissenschaftlerinnen erschaudern, erstaunen? Ich erlebe, wie Mathematiker, Physiker in ihrer eigenen Sprache und Denkwelt tief demütig werden und nicht der Versuchung erliegen, dort, im letzten Winkel der vielen Unerklärbarkeiten das zu finden, was …

Der „Ich bin da“ ist in alledem da. Wie die Luft, die ich atme, der ich mir nur selten bewusst bin. – Dann, wenn sie knapp wird, spür ich, was ich brauche.

Die Menschenfreundlichkeit des Jesus von Nazareth, sein „Gott“-vertrauen. Da gehen mir immer wieder Lichter auf. Seine Offenheit und Großzügigkeit, sein unkonventionelles, freies Handeln. Auch sein heiliger Zorn gegen die „Borniertheit“ institutioneller Religiosität.

Ich wünsche Ihnen Ihre Pfingsterleuchtung. Ich wünsche Ihnen Ihr „Aha“, Ihr „Ich hab’s!“. Ich wünsche Ihnen Ihre „Ergriffenheit“, Ihre „Demut“. Ich wünsche Ihnen Ihre „Begeisterung“ und „Gottesfurcht“. Ich wünsche Ihnen Ihr „Vertrauen“ in das Unbegreifliche, das uns alle hebt und trägt, wie das Wasser Boote und Fische. Und daraus die Kraft, zuversichtlich und voller Hoffnung zu leben. –

Ein frohes Pfingstfest wünsche ich Ihnen!
Ihr Christoph Grötzner


Projekt Hausaufgabenhilfe: Bildung und erfolgreiche Integration sind Investitionen für eine gute Zukunft!

An der Samberger Grundschule gibt es zunehmend Kinder aus sozial schwachen Familien, die zu Hause in räumlicher Enge leben. Ein ruhiger Platz zum Lernen oder zum Hausaufgaben machen bleibt ihnen oft ein unerfüllter Wunsch. Auch auf Grund geringer Deutsch-Kenntnisse erhalten sie von ihren Eltern wenig Unterstützung, so dass sie häufig ohne Hausaufgaben in die Schule kommen. Für 18 betroffene Schüler der 1. und 2. Klasse hat der Evangelische Verein nun in Zusammenarbeit mit der Schule eine Hausaufgabenhilfe- Gruppe eingerichtet.

An 4 Tagen pro Woche, von 11:30 - 14:00 Uhr, werden die Kinder in der Schule von sehr engagierten ehrenamtlichen Betreuerinnen bei den Hausaufgaben liebevoll unterstützt. Die kleinen Schüler und Schülerinnen machen gute Fortschritte und freuen sich, wenn sie mit vollständigen und richtigen Aufgaben nach Hause gehen können:
Nadine (8) sagt: „Wir machen alles, bis wir fertig sind: Mathe, Deutsch, Englisch und HSU (Heimat- und Sachkunde). Da lernt man alle Sachen die so komisch sind: über den Wald, Bäume, Lärchen, ob Solln an der Isar liegt.

Englisch geht am leichtesten.“ Tim (9), der einzige Deutsche: „Ich komme oft, weil zuhause immer so ein Megakrach ist. Wir sind eine große Familie. Wenn ich meiner Mutter was vorlesen will, sind meine Schwester oder meine Brüder dazwischen. Ich finde auch gut, dass man nach der Schule immer eine Breze kriegt oder eine Semmel. Einen Ausflug im Jahr gibt es auch“.

Maryam (8): „Addieren ist schwer. Jetzt muss ich Schreibschrift machen, und Deutsch. Zu Hause mach ich alles nochmal mit Mama, die kann noch nicht so gut Deutsch. Und meine kleine Schwester plappert alles nach. Wir haben auch eine Weihnachtsfeier – mit Geschenken“.

Das Projekt eröffnet eine unerwartet positive Lebensperspektive für benachteiligte junge Menschen im Sinne des diakonischen Gedankens.

Der Evangelische Verein ist Träger der Schulinitiative, die Finanzierung erfolgt zu großen Teilen durch den Bezirksausschuss 19 der Stadt München.

Brigitte Mauder / Dr. Carola Dony


Grüße aus Schwerin

Die Petruskirche Schwerin, unsere Partnergemeinde, feierte mit einem Festgottesdienst ihre 45-jährige Gründung, zu der Pastorin Diesel auch unsere Petruskirchengemeinde eingeladen hatte.
Ich verlas im Gottesdienst ein Grußwort von Pfarrerin Hallmann und wurde danach stürmisch begrüßt. So kehrte ich zurück mit einem Koffer voller Grüße an unsere Gemeinde von unseren langjährigen Freunden. Viele Besuche haben stattgefunden in all den Jahren, freilich nur einseitig bis nach der Wende, aber oft fuhr eine Gruppe zweimal im Jahr dorthin mit viel Gepäck - Geschenken und Material, das dort dringend gebraucht wurde. Nach der Wende kamen ebenso viele Gegenbesuche zustande. Besonders schön war, dass Pastor Matthias Burkhardt, seinerzeit der wichtigste Gesprächspartner unseres damaligen Pfarrers Gernot Müller, die Festpredigt hielt. Ihm war es im Jahre 1974 nach vielen Schwierigkeiten gelungen, eine Gemeinde für den Dreesch neu zu gründen. Dafür fand er vorerst einen Unterschlupf in der Schweriner Schlosskirche bei Pastor Peter Voss, der ebenfalls zugegen war und sich gerne an diese Zeit erinnerte. Unsere Gemeinde begann mit der Partnerschaft, als es um die Planung für den Neubau einer Kirche auf dem Dreesch ging. Dort gab es stets mannigfaltige Probleme, besonders im sozialen Bereich.

Immerhin gibt es jetzt eine Anzahl Ehrenamtlicher, die sich z. B. um die Betreuung der Tafel kümmern. Da die Organistin derzeit für länger erkrankt ist, hat kurzerhand Pastor Drewes, der zweite Pfarrer, aus den Tafelmitarbeitern einen Chor und ein Flötenquartett gebildet und damit den Gottesdienst festlich gestaltet. Es war für mich sehr schön, so viele alte Freunde auf einen Schlag wiederzusehen, auch die Pastoren, die nach Pastor Burkhardt kamen.

Pastorin Diesel wünscht sich, die Glut der noch bestehenden Kontakte ein wenig anzublasen, damit es wieder zu mehr Austausch zwischen unseren beiden Gemeinden kommt. Wer mehr Interesse an Schwerin hat, kann sich gerne an mich wenden.
Telefon: 089 791 3745

Sigrid Ruhm


Petruskirche bis auf den letzten Stehplatz vollbesetzt
Am 28.12.2019 präsentierten die Sängerinnen und Sänger des Golden Solln Gospelchors unter der Leitung von Fabian Schäfer in der bis auf den letzten Stehplatz vollbesetzten Petruskirche ein stimmungsvolles und abwechslungsreiches Weihnachts-Gospelkonzert. Gefühlvolle und besinnliche Lieder wechselten sich ab mit schwungvollen Liedern.
Der Chorleiter begleitete den Chor mit viel Schwung auf dem Flügel, dirigierte nebenbei auf dezente und kaum wahrnehmbare Art und Weise und sang mit seiner kräftigen und melodiösen Stimme einige Solos selbst. Das Publikum genoss sichtlich die Darbietung, sang teilweise mit und belohnte alle Künstler mit reichlichem Beifall.


Großer Erfolg mit Dvoráks Messe in D-Dur
Der Chor der Petruskirche, Gesangssolisten und ein Holzbläserquintett unter der Leitung von Sabine Maier führten am 12. Januar mit großem Erfolg Dvoráks Messe in D-Dur, opus 68, auf. Das Publikum füllte den erweiterten Kirchenraum und klatschte am Ende begeistert Beifall. Die einführenden und begleitenden Worte von Pfarrerin Regina Hallmann taten ihr übriges zu einem runden, gelungen Abend.